Stahlgussteile finden Anwendung in der Landwirtschaft, im Bauwesen, in der Fertigung, der Energieerzeugung, der Weiterverarbeitung und im Transportwesen. Wie alle Gießereien ist auch die Stahlgießerei ein Fließbandsystem mit festgelegter Arbeitsreihenfolge und linearem Arbeitsablauf. Der Hauptfertigungsprozess einer Stahlgießerei umfasst die Vor-, die Gieß- und die Nachbearbeitungsphase. Die Wärmebehandlung ist ein entscheidender Faktor beim Stahlguss. Stahlgießereien unterscheiden sich von Eisengießereien durch die Beschaffenheit des verwendeten Sandes, der in allen Formen sehr hart getrocknet ist, und durch die geringere Anzahl an Stäben in den Formkästen. In Stahlgießereien werden die meisten Stahlgussteile in Siemens-Martin-Öfen hergestellt, wodurch ein besser kontrollierbares Produkt in größeren Mengen gewonnen werden kann. Stahl kann in einem Tiegel in einem herkömmlichen Messingofen geschmolzen werden, indem die Höhe des Schornsteins erhöht wird, um einen steileren Zug zu erzielen. Stahl muss bei einer deutlich höheren Temperatur als Eisen gegossen werden. Daher zieht er sich stärker zusammen; je heißer er gegossen wird, desto stärker schrumpft er. Die Schwindung bei Stahlgussteilen ist alles andere als gleichmäßig, weshalb bei der Bearbeitung wichtiger Oberflächen und Kernbohrungen ein größerer Spielraum eingeräumt werden muss als bei Eisen.